10.12.2009: Klimagipfel in Kopenhagen
Bischof Ulrich fordert entschiedene Klimapolitik
Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, wird ab Freitag (11. Dezember) an der Internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen teilnehmen. Geplant sind bis Sonntag unter anderem Gespräche mit Bundesumweltminister Norbert Roettgen und verschiedenen Repräsentanten von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen. Bischof Ulrich gehört zu einer Delegation leitender Kirchenvertreter. Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July und der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, sind ebenso in Kopenhagen anwesend wie "Brot für die Welt", der Evangelische Entwicklungsdienst (eed) und viele weitere Hilfsorganisationen. Gemeinsam wollen sie ihren Forderungen zum Klimaschutz Nachdruck verleihen.

„Von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen erhoffe ich mir mindestens klare Worte und Abmachungen für eine entschiedene und gerechte Klimapolitik zum Schutz der Menschen und der Umwelt“, sagte der Bischof. „Die Kirchen werden in Kopenhagen klar für die Rechte derer eintreten, die schon jetzt leiden und zukünftig noch viel mehr ertragen müssen, wenn wir nicht handeln. Für eine Umkehr ist es allerhöchste Zeit. Reine Freiwilligkeit führt uns hier auch nicht weiter - die Bewahrung der Schöpfung ist eine Pflicht. Die Schöpfung ist geliehen, nicht menschlicher Besitz.“
Der frühere südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu wird am Sonntag, 13. Dezember, um 11.30 Uhr auf dem Rathausplatz von Kopenhagen rund 200.000 Unterschriften für mehr Klimagerechtigkeit an den UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) Generalsekretär Yvo de Boer überreichen. Anschließend wird in der Kathedrale von Kopenhagen in Anwesenheit der dänischen Königin Margarethe II. ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, an dem hochrangige Politiker und Kirchenvertreter aus aller Welt teilnehmen. Der Gottesdienst endet um 15.00 Uhr mit dem Geläut, zu dem der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) international aufgerufen hat. Auch mehr als hundert nordelbische Kirchengemeinden beteiligen sich an den 350 Glockenschlägen, die den CO2-Grenzwert in der Atmosphäre symbolisieren, mit Andachten, Gottesdiensten, Aktionen und Geläut.
Die Nordelbische Kirche trägt selbst aktiv zum Klimaschutz bei: Vom Frühjahr 2010 an wird eine dreijährige Kampagne für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz über Hintergründe informieren und das Engagement in den Kirchengemeinden stärken. Die Synode der NEK hat sich auf ihrer Tagung Ende November dem Aufruf des ÖRK zu 350 Glockenschlägen angeschlossen und für eine faire und entschiedene Klimapolitik plädiert. Bereits im Frühjahr 2009 hat die Kirchenleitung konkrete Maßnahmen beschlossen: zum Beispiel wird so genannter Grüner Strom genutzt, ein Energiecontrolling soll eingeführt, Energiegutachten sowie Gebäudenutzungspläne sollen erstellt werden. Drei nordelbische Kirchenkreise erstellen derzeit mit Hilfe des Bundesumweltministeriums umfangreiche Klimaschutzkonzepte für ihre Gebäude.




